Ein Raum, viele Perspektiven: Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst treiben in zwei Crowdsourcing-Workshops gemeinsam Innovation voran
Was passiert, wenn Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst gemeinsam mit Forschung und Technologieentwicklung an einem Tisch sitzen?
Das ifii wurde von der TH Wildau beauftragt, im Rahmen des AMADEUS Projekts 2 Crowdsourcing Workshops durchzuführen, um Ideen und Maßnahmen zur Unterstützung bei der Entwicklung von Use-Cases zu entwickeln. Dabei lag die Recherche, Organisation und Durchführung der Workshops mit Ansätzen im Bereich Open Innovation beim ifii. Beide Workshops konnten mit je knapp 30 Vertreter*innen aus BOS (Feuerwehr, Polizei, THW,…) durchgeführt werden. Wichtig für die praxisnahen Ergebnisse, es konnte bereichsübergreifend vernetzt werden, da aus allen Bereichen BOS-Kräfte an einem Tisch zusammen kamen.
Die Crowdsourcing Workshops zeigten eindrucksvoll, wie wertvoll dieser Austausch für Innovation im Einsatzkontext ist.
Schwerpunkt vom ersten Crowdsourcing Workshop (25.01.2026):
Die richtigen Fragen stellen
Das AMADEUS-Projekt der TH Wildau geht einen pragmatischen Weg: Statt Technologie von oben zu verordnen, werden die echten Praktiker*innen von Anfang an einbezogen. Die zentralen Fragen der Workshops:
Wo fehlen heute kritische Informationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort?
Welche Informationen brauchen Einsatzkräfte wirklich?
Wie können innovative Technologien praxisnah unterstützen?
Anwendungsorientierte Forschung
„Die Erfahrung echter Einsatzkräfte ist für unser Projekt essenziell“, erklärt Patrick Slotosch vom TH Wildau-Projektteam. „Somit lässt sich Forschung anwendungsorientiert realisieren, wodurch das Projekt AMADEUS praxisnah und wirksam umgesetzt werden kann.“
Ein Ansatz, der in der Digitalisierung öffentlicher Sicherheit noch zu selten verfolgt wird: Die Nutzer bestimmen die Anforderungen, nicht die Technik.
Am Mittwoch, den 04.02.2026, führte das ifii gemeinsam mit der Technische Hochschule Wildau den zweiten Workshop durch. Ziel war es, bestehende Prototypen praxisnah zu testen und ehrliches, ungefiltertes Feedback direkt aus dem Einsatzalltag von BOS-Einsatzkräften zu erhalten.
Starke Partner für echte Lösungen
Knapp 30 Teilnehmende aus Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst testeten in drei Gruppen jeweils zwei unterschiedliche Prototypen mit großem Engagement, kritischem Blick und viel Erfahrungswissen. Im Fokus standen:
- Verschiedene Drohnen, z.B. Starrflügler oder Schwerlastdrohnen mit fliegender 5G-Zelle, um mobile Netzabdeckung zu ermöglichen (zur Verfügung gestellt von der Forschungsgruppe Luftfahrttechnik der TH Wildau rund um das Team von Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Ruether-Kindel)
- Ein Lastenrover, der im Einsatz schwere Ausrüstung transportieren kann
Ein Laufroboter zur Lageerkundung in schwer zugänglichen oder gefährlichen Einsatzszenarien - Einen Prototyp zur Simulation von Einsatzszenarien für Trainings (zur Verfügung gestellt von rooom.com)
- Eine mobile Einsatz-Kommandozentrale, die in dynamischen zeitkritischen Lagen die Informationen bündelt und passend verteilt
Das Ergebnis
Daraus resultiert: äußerst wertvolles, praxisnahes und konstruktives Feedback, das direkt in die weitere Projektarbeit von AMADEUS einfließt. Besonders hervorzuheben ist der bereichsübergreifende Erfahrungsaustausch zwischen den BOS-Organisationen. Dieser offene Dialog zwischen Einsatzpraxis, Forschung und Innovation ist selten – und genau deshalb so wirkungsvoll.
Der nächste Schritt: Die zahlreichen Ideen, Anregungen und kritischen Impulse der Einsatzkräfte strukturiert aufarbeiten und gezielt in die Weiterentwicklung der Technologien einbringen.




